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Worauf fällt Dein Blick zuerst, wenn Du im Supermarkt ein Lebensmittelprodukt in den Händen hältst? Checkst Du die Kalorienangaben? Legst Du Wert auf den Preis? Oder überprüfst Du tatsächlich, ob sich ein Fairtrade-Siegel auf der Verpackung befindet?

Dann gehörst Du zu einer stetig wachsenden Konsumentengruppe! Denn Fairtrade-Produkte verkaufen sich in Deutschland immer besser, wie das Online-Portal für Statistik statista belegt. Der Umsatz von Fairtrade-Kaffee hat sich beispielsweise von 251 Millionen Euro (2012) auf 442 Millionen Euro (2017) fast verdoppelt.

Das klingt wunderbar, oder?

In der Realität ist leider noch eine Menge Luft nach oben. Anhand des Beispiels der Fairtrade-Südfrüchte – damit sind im Übrigen zu 99 Prozent Bananen gemeint – wird ein Kernproblem deutlich. Zwar gibt es auch hier mit einem Anstieg von ursprünglich 38 Millionen Euro (2012) auf 159 Millionen Euro (2017) einen immensen Umsatzanstieg von Fairtrade-Produkten zu vermelden. Leider machen diese in der Masse aber nur einen Bruchteil aus. Denn aktuell wird weltweit derzeit nur jede zehnte Banane unter fairen Bedingungen produziert und verkauft.

Das ergibt eine Recherche vom Forum Fairer Handel. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von Organisationen, das sich für den fairen Handel in Deutschland einsetzt. Also: Um die Welt tatsächlich ein Stück weit besser zu machen, müssen deutlich mehr Lebensmittel unter ganzheitlich fairen Bedingungen hergestellt werden.

Du bist ungeduldig?

Diese Liste des Forum Fairer Handel zeigt Dir auf einen Blick, wie Du es schaffst, faire Produkte anhand ihrer Siegel im Supermarkt zu erkennen.

Wenn Du aber wissen willst, weshalb Fairtrade keine Mode, sondern ein wichtiger Aspekt für den Ausgleich der globalen Wirtschaft ist, kannst Du gerne einen Blick auf unseren Einsteigerguide für Fairtrade-Produkte werfen. Hier findest Du Antworten auf die folgenden Fragen.

  • Was bedeutet Fairtrade?
  • Sind Fairtrade-Produkte gleichzeitig Bio?
  • Wie kann ich aktiv unterstützen?
  • Welche Fairtrade-Produkte sind empfehlenswert?

Kleiner Tipp: Dieser Ratgeber ist bereits einen Tag älter – aber deswegen nicht weniger zeitgemäß. Du erfährst Schritt für Schritt, wie Du gute und weniger gute Fairtrade-Produkte unterscheidest und wie Dein nächster Einkauf aussehen kann, wenn Du heute damit anfangen willst, die Welt besser zu machen.

Was bedeutet Fairtrade – eine Definition!

Ein Auszug aus der Charta der World Fair Trade Organizationdie offizielle Publikation findest Du hier!

“Die Fair-Trade-Bewegung teilt die Vision einer Welt, in der Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung den Kern der Handelsstrukturen und -praktiken bilden, sodass alle Beteiligten durch ihre Arbeit einen angemessenen und würdigen Lebensstandard halten und ihr volles menschliches Potential entfalten können.”

Im Klartext: Ein Farmer baut in Südamerika Kaffee an, erntet und verkauft ihn an den Händler. Der Lohn für seine Arbeit entspricht aber nur einem Bruchteil von dem Preis, für den die Kaffeebohnen letztlich hierzulande über die Ladentheke gehen. Eigentlich kann er von dem Geld nicht leben – und dementsprechend seine Arbeiter nicht bezahlen. Ein Teufelskreis.

Schluss damit!

Fairtrade-Organisationen setzen sich für ein ausgeglichenes Verhältnis ein. Weltweit gibt es deshalb mittlerweile knapp eine Millionen Kleinbauern, die sich an feste Standards halten. Sie verpflichten sich unter anderem dazu faire Löhne zu zahlen und Kinder- sowie Zwangsarbeit zu unterbinden. Als Gegenleistung werden sie in das weltweite Fairtrade-Netzwerk mit den verschiedenen Organisationen und Siegeln aufgenommen – und durch den Wirtschaftskreislauf angemessen entlohnt.

Wie das Netzwerk Fairtrade Deutschland arbeitet und was es bei den Bauern vor Ort bewirkt, kannst Du Dir in diesem kurzen Clip anschauen:

Aber zur Wahrheit gehört auch, dass nicht alle Bauern die hohen Standards einhalten können, die beispielsweise Fairtrade Deutschland aufruft. Ihnen fehlen schlichtweg die finanziellen Mittel, um bestimmte Bedingungen im Rahmen der Produktion zu erfüllen. Das hat zur Konsequenz, dass wirtschaftlich ohnehin schon schwache Bauern durch das Raster fallen und mehr oder weniger Bankrott gehen.

Sind alle Fairtrade-Produkte automatisch Bio?

Nein! Es gibt Fairtrade-Produkte, die nicht über das Prädikat “Bio” verfügen – und umgekehrt. Zwar setzen sich die treibenden Kräfte auf beiden Seiten für Nachhaltigkeit ein. Allerdings zeichnen Fairtrade-Siegel in erster Linie soziale und wirtschaftliche Maßnahmen aus. Bio-Produkte zeugen hingegen von einer herausragenden Herstellungskette aus ökologischer Sicht. Die wichtigsten Unterschiede hat Fairtrade Deutschland in einem Statement zusammengefasst.

Umso besser, wenn Produkte sowohl über ein Fairtrade-, als auch über ein Bio-Siegel verfügen. So kannst Du als Konsument am Ende der Kette sicher sein: Du hältst ein Erzeugnis in Deinen Händen, das nicht nur das Einkommen des Herstellers sichert, sondern auch frei von Gentechnik ist und aus kontrolliertem Anbau stammt.

Ein schönes Beispiel, dass Bio und Fairtrade auch Hand in Hand gehen können, sind die Produkte von fairfood Freiburg. Das Unternehmen setzt sich seit Jahren dafür ein, lokale Produktionen zu fördern. So vertreiben sie beispielsweise Cashew-Kerne, die von der Elfenbeinküste stammen und sorgen dafür, dass die Produzenten vor Ort entsprechend entlohnt werden – und das alles in Bio-Qualität.

Eine gute Adresse für Nuss-Liebhaber! Aber Du kommst hier auch auf Deine Kosten, wenn Du bei leckeren Trockenfrüchten nicht “Nein” sagen kannst. Darüber hinaus findest Du dort “Faire Bio Nuss-Aufstriche” – natürlich vegan und ohne Palmöl. Weiter kannst Du Dich auf der Webseite über Partner und Kooperationen informieren oder Shops über den Storefinder finden! Wirf gerne mal einen Blick drauf!

Du willst mitmachen? Let’s go!

Die Idee des Fairen Handels existiert seit vielen Jahren. Dass sich aus einer ursprünglichen Hoffnung für eine bessere Welt mittlerweile hunderte ernstzunehmende Organisationen herausgebildet haben, die sichtbare Spuren hinterlassen, fußt auf zwei Grundsätzen: Hervorragende Netzwerk-Qualitäten und Ehrenamt.

Wenn Du selbst aktiv werden möchtest, sind Dir nicht nur ein paar Karma-Punkte sicher. Du wirst auf Leute treffen, die die selbe Vision teilen wie Du. Und auch sie haben einmal angefangen. Also: Keine falsche Bescheidenheit! Schau doch einfach mal online beim Freiwilligen-Netzwerk vorbei und finde heraus, ob Deine Hilfe gebraucht wird.

Einer dieser Freiwilligen ist Felix von der Laden – und was er auf einer Bananen-Finca in Kolumbien erlebt hat, zeigt er Dir in diesem Clip!

Welche Fairtrade-Produkte sind empfehlenswert?

Grundsätzlich musst Du wissen, dass nicht jedes Produkt, das im engeren Sinne fair gehandelt ist, auch mit Sicherheit mit einem entsprechenden Siegel ausgezeichnet ist. Es gibt Standards, an die sich Produzenten und Händler halten müssen, wenn ihre Ware ihrer Meinung nach das Prädikat Fairtrade verdient. Ob dies zutrifft, entscheidet unter anderem die Gesellschaft FLO-CERT – die Prüfungs- und Zertifizierungsstelle für Fairtrade-Standards.

Natürlich ist es für die meisten Hersteller nicht möglich, diese Standards sofort zu erfüllen. Also gewährt FLO-CERT in diesen Fällen eine gewisse Zeit, um die Produktion an die Fairtrade-Standards anzupassen. Ausschlaggebend ist nur, dass diese im Nachhinein auch kontinuierlich eingehalten werden. Aber hört selbst, was Rüdiger Meyer, Chef der FLO-CERT GmbH, zu diesem Thema sagt:

Wenn Du bei der nächsten Tasse Kaffee ein lupenreines Gewissen haben möchtest, solltest Du Dich auf jeden Fall mit dem Unternehmen Coffee Circle auseinandersetzen. Im Vergleich mit anderen Fairtrade-Siegeln schneiden die Berliner sogar deutlich besser ab. Für jedes Kilogramm zahlt Coffee Circle eine Sozialprämie in Höhe von 1 Euro an den Hersteller. Fairtrade Deutschland zahlt im Vergleich 39 Cent, andere Organisationen gar nichts. Darüber hinaus macht Coffee Circle detaillierte Angaben über die Verwendung seiner Spendengelder – und ist damit ähnlichen Organisationen einen Schritt voraus.

Wenn Du Dich mit den Visionen und Beweggründen des Unternehmens auseinandersetzen möchtest, schaue Dir die Story an “Wir lieben richtig guten Kaffee”. Und den wirklich leckeren und maximal fairen Kaffee findest Du hier:

Ende gut, alles gut?

Wie Du siehst, steckt die Fairtrade Bewegung im Prinzip noch in den Kinderschuhen. Um auf globaler Ebene für wirtschaftlich faire Verhältnisse zu sorgen, muss noch eine Menge passieren.

Auch wenn Organisationen wie Fairtrade Deutschland hin und wieder Kritik ausgesetzt sind, kannst Du Dich trotzdem mit gutem Gewissen auf die Aussagekraft der Siegel verlassen. Denn klar ist auch: Je fairer das Produkt, desto mehr zahlst Du als Konsument oben drauf. Du hast bereits einen großen Schritt getan, wenn Dich dieses Thema beschäftigt und Du in Zukunft mit offenen Augen durch den Supermarkt gehst!